Es stimmt schon, wir sind die Huren der Gewohnheit und auch der Revoluzzer kann es nicht anders haben. Was neu ist, fühlt sich anders an. Und bevor es überhaupt soweit ist, muss man sich überstürzen lassen, und das fühlt sich auch für den, der nichts als das will, wie Überstürzung an. Wenn ein langjähriger Gefangener frei kommt, könnte er hiervon eine Geschichte erzählen, von der er weiss, dass er sie besser für sich behält. Auch der Pyromane könnte davon berichten, wie oft er das Zündholz viel zu früh von der Lunte zieht und rennt, aus Ehrfurcht vor der ersehnten Feuersbrunst, die er dann doch nur als Blindgänger in der Erde stecken lässt. Überwindungen melden sich nämlich von selbst an. Dabei werben sie nicht damit, dass sie verschütten, und, dass darauf Neues wachsen kann, sondern mit der reinen Gewalt, die dies überhaupt möglich macht. Was wir und unsere feinfühligen Hunde dann in der Oktoberluft riechen, ist kein Geisterbote sondern unsre gute Erfahrung. Sie weiss, lange bevor wir uns an die Arbeit machen, um die Energie der ein jeder Umbruch bedarf, sei es ein Schritt, sei es ein Sprung, oder eine grosse neue Idee, die es, so wie sie sich unserer Leidenschaft aufbindet, gleich umzusetzen gilt. Ja, der Wille ist der Weg, aber nur an gerade an sie Sache heran. Dann, wenn man in Erwartung der Kaventsmänner im Boote sitzt, muss man sie erst einmal über sich hereinbrechen lassen. Und dies braucht Mut, und der Mut ist eben an den Glauben gebunden, und der Glaube schwebt eben nur in der Luft, und in der Luft fliegt eben allerlei, so stürzt man bald in den Boden, und dann weiss man, woran man ist, und das ist allemal nicht viel. Deshalb lassen wir uns vom Strande reissen, lassen uns eines besseren belehren, ersparen unserem Eigensinn zu scheitern, und ermöglichen, ganz aus Versehen, die praktische Gemeinschaft. Darin findet das Lebens statt, auch das des fantastischen Wirbelwinds, der es mit Ignoranz statt Wiederhaken, zu einer attraktiven Geschwindigkeit bringt. Aber die erstrebenswerten Exzesse finden in längst abgesteckten Feldern statt; die Karriere zum Beispiel, der Reichtum, das Glück, oder die Kunst. Zu den Dingen nach denen wir ein Leben lang streben, sind die wenigen möglichen Wege vorgegeben. Setzen wir uns aber einmal hin um zu verschnaufen, oder kehren wir sogar um, sind dem Leid und der Armut keine Grenzen gesetzt, denn mit diesen Dingen befasst man sich nicht, und wenn man es tut, dann von oben herab, oder so, das man kurz darauf daran stirbt.
So liegt man nur im Bett und träumt von einer besseren Welt. So liegt man nur im Bett und erzählt sich, wie man es gerne gehabt hätte. So liegt man nur im Bett und stellt sich vor, wie man es gerne für alle hätte. So liegt man nur im Bett und fragt sich wer man ist, aber wenn man sich selbst ist, liegt man nur im Bett.
Wednesday, October 20, 2010
20.10.2010, Berlin
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1 comments:
I'm appreciate your writing skill.Please keep on working hard.^^
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